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All in – Sorry ich habe Spaß gemacht!Hallo alle miteinander, also heute möchte ich von einigen merkwürdigen Erlebnissen, die ich letzter Zeit bei Pokerturnieren erlebt hatte, berichten. Seefeld, Januar 2010, das 500€ Buy-in Event. Ich war an einem Tisch voll mit hauptsächlich deutschsprechenden bunt gemischten Vögeln. Links von mir saß der Hammer, nämlich ein Bauer (das erkannte man leicht an den Händen und an der Tiroler Kleidung), der offensichtlich wenig Turniererfahrung hatte und oft voreilig seine Entscheidungen annoncierte. Irgendwann in den frühen Turnier-Levels (200/400) fand ich UTG zwei Buben und überlegte die Höhe meines Raises. In diesem Moment (mit Chips in meine Hand) hörte ich meinen ungeduldigen Nachbar links von mir, der voreilig All-In annoncierte. Weil er gewaltig seine Karten überschätzt hatte, callte ich schnell nur in der Erwartung, dass er ein gewaltiges Overbet (er hatte um die 10.000) bringen würde. Plötzlich hatte er seine Meinung geändert und sagte lachend: ,,Ich habe nur Spaß gemacht!“ Der Dealer hatte ihn darauf hingewiesen, dass so etwas bei einem seriösen Pokerturnier nicht möglich sei, jede Ansage sei binden! Weil nicht ganz klar war, ob seine Annonce zu früh (oder rechtzeitig) war, bevor ich meinen Call tätigte, wurde der Floorman gerufen. Nach einer langen Diskussion hatte der Schiedsrichter dem schuldigen eine milde Strafe verpasst: Penalty: Er musste eine volle Runde (10 Spiele) aussetzen. Der Bauer war unzufrieden und sagte in seinem Tirolerdialekt, dass alle Mitspieler verstanden hätten, dass die Ansage lachend als Spaß gemeint gewesen sei, nur der Dealer leider nicht. Die Antwort des Floorman war klar: Falls noch eine solcher Spaß passieren sollte, würde eine Disqualifikation ausgesprochen. Der arme Bauer hatte keinen muck mehr gesagt, und nachdem er wieder im Spiel war, wurde er still wie eine Kirchenmaus. Bald war er ausgeschieden, und seitdem ich habe ihn nie wieder beim Poker gesehen.
Dietikon Februar 2010, das 550 SFR Buy-in Swiss Poker Master An Tag 2 sitze ich an meinem neuen Tisch auf Platz 1. Auf Platz 9 sitzt ein junger Spieler (jugoslawische Abstammung), den ich nie zuvor gesehen hatte, aber auf Platz 10 war mir bekannt der ,,kleine sympathische Mann‘‘ Willi. Er sieht körperlich nicht groß aus, aber am Tisch ist er oft sehr aggressiv. So weit so gut, Willi spielte ruhig und hatte einen ziemlich guten Stack um die 75.000 bei Blinds von 600/1200 und Ante 100. Willi fummelte etwas mit seinem Handy herum, ich hatte jedoch nicht genau gesehen, ob er eine SMS schrieb oder etwas anderes machte. Plötzlich wurde seine Hand für tot erklärt, und ihm wurde erklärt, dass während diesem Turnier – das sei eine Hausregel – man nur außerhalb des Turnierraumes SMS versenden dürfe, auch das Telefonieren sei zu unterlassen, das gelte auch, wenn man gerade keine Hand habe,sonst bekommt er Penalty! Offensichtlich hat das Willi genervt. Sehr bald sah ich von ihm ein unglaubliches Kunststück, das ich noch nie beim Poker gesehen hatte. Alle foldeten bis zum Cut off (Platz 9), einem Spieler, der mit Erwartungsgemäß checkte der arme Junge gegen den aggressiven Willi. Dann etwas ungeduldig ohne eine Sekunde zu überlegen annoncierte Willi All-in für circa 70.000, ein gewaltiger Overbet, da sich im Pot sich nur 12.400 befanden. Der arme Bursche begann zu schwitzen und hatte dann x-mal seine Karten (das arme Paar
Open-endet Strasse gegen aggressive Spieler. Bregenz, das 500€ Buy-in-Event am 22.Februar 2010, mit 190 Spielern ausverkauft! Jetzt eine eigene Hand: Blinds 150/300, ich war auf Platz 9 mit sehr gutem Stack über 20.000. Links von mir auf Platz 10 war der aggressive/loose Spieler Besim Hot aus der Schweiz mit über 22.000. In dieser Hand war ich im SB. Alle foldeten bis zum Button, der limpte. Ich fand Ich zahlte nach und wir sahen zu zweit Und nach erwarteter Wette (1.200) raiste ich auf 4.200. So weit so gut. Nur etwas hatte ich übersehen: Mein Gegner war überhabt nicht von meiner Raiserei erschrocken und ging auf unerfreulicher Weise sofort All in! Wow, jetzt hatte ich mir selber einen Igel in die Hose geschoben! Was nun? Er hatte offensichtlich mehr als nur ein Paar Buben. Sollte ich das ganze Turnier jetzt auf eine Draw-Hand riskieren? Wenn ich callen würde trotz den verlockenden Pot-Odds bin ich sicher Underdog und hätte im Maximum circa 30%ige Gewinnchance. Schlussendlich foldete ich und Besim war sehr freundlich und zeigte mir seine Karten: Man könnte sagen, Ivo hatte schlecht gespielt. Statt nur zu callen am Turn und billig die River-Karte zu sehen hätte er sich mit diesem Raise ein Eigentor geschossen. Auf der einen Seite verlor er 4.200 (statt nur 1.200 zu investieren) und auf der anderen Seite konnte er jetzt nicht den River sehen! Andererseits man kann auch sagen: Falls Besim wirklich nur ein Paar Buben am Flop getroffen hatte und nach Erhalt des Asses Turn einen Check-raise, könnte Ivo den Pot sofort gewinnen! Fazit: Im Poker kommen häufig Situationen vor, bei denen Du raten musst, was für eine Hand dein Gegner haben könnte. Es sind einige Faktoren (Position, Image der Spieler, Setzmuster u.s.w), die Dir zur Analyse helfen können, aber setze nie Deinen Gegner nur auf eine bestimmte Hand, sondern auf eine Palette von möglichen Händen! Während der Hand-Entwicklung (die Aktion vor dem Flop, nach dem Flop, Turn usw.) bekommt man mehr Informationen (die Hand so zu sagen einschränken) und somit kann man dann ein besseres Ergebnis beim „Ratespiel“ erzielen!
PS. Zum Glück wurde bald der Tisch aufgelöst, und ich saß an einem neuen Tisch. Statt dem Loose/aggressiven Besim saß auf meiner linken Seite nun eine bildhübsche Pokerspielerin aus Holland
(ihr Vater Ben ist auch Pokerspieler, der oft im Casino Bregenz ist), die ganz ruhig und bescheiden spielte, aber auch die Männer am Tisch verwirrte. Es ist einfach schwer, sich zu konzentrieren wenn eine solche ,,Poker Ikone‘‘ am Tisch sitzt! Schlussendlich habe ich das Turnier an den letzten zwei Tischen auf dem 19. Platz (810 €) beendet. Tags: Allgemein, Buy-In, Casino, Dealer, Las Vegas, Poker, Preisgeld, Turnier, WSOP |
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