Liebe Leser,
das spannende Abenteuer geht weiter, hier ist wie versprochen der zweite Teil meines Berichts zum CHF500-Turnier vom 9. August bei den Swiss Poker Masters, und zwar bis zum bitteren Ende!
Nur 20 der gestarteten 265 Spieler waren an zwei Tischen (2 Tische à 10 Spieler) verblieben.
Level 18 – Blinds: 3.000/6.000, Ante: 500 (eine Runde kostete 14.000). Mein Stack lag bei 95.000. Ich fand UTG die American Airlines und wollte gern Action.
Analysieren wir hierzu die Möglichkeiten:
A) Zu limpen ist nicht schlecht an einem aggressiven Tisch oder früh im Turnier, um zu versuchen, einen großen Pot zu gewinnen. Aber in diesem Turnierstadium mit so gigantischen Blinds ist das Limpen meiner Meinung nach nicht besonders klug.
B) Raisen – aber wie hoch? Hier gibt es einige Faktoren zu berücksichtigen: a) Wie groß ist mein Stack? 95.000 (gegen M von 7) und b) Wie groß sind die Stacks der anderen Spieler? An meinem Tisch waren Spieler mit unterschiedlichen Stacks zwischen 50k und 200k.
C) All-in raisen? Dann hätte ich aber sicher keine Action bekommen, es sei denn, jemand hatte eine Tophand wie KK, QQ, JJ oder AK. In dieser Situation bekommt man Action, egal auf welche Weise man seine Hand spielt.
D) Auf 12.000 raisen? Hmmm … Das schaut primitiv aus, aber in Wirklichkeit ist es sehr giftig! Dies kann wie ein schlaues UTG-Stehlen aussehen und damit gebe ich zugleich Raum für Action, sogar für Hände wie AQ, TT, 99, AsJs. Und das Wichtigste: Ich gebe dem Big Blind fantastische Potodds, der mit einer sehr breiten Palette von schwache Händen out-of-position callen kann.
Und so habe ich es dann auch gemacht. Alle foldeten schnell bis zum Big Blind, der über 140.000 hatte. Er überlegte lang (in diesem Moment dachte ich: Bitte calle doch, damit ich wenigstens noch 6.000 bekommen kann), das deutete auf eine schwache Hand hin. Schlussendlich, nachdem er einen Blick auf meine Chips geworfen hatte, callte er mit offensichtlichem Frust. Ich hatte nichts dagegen, dem BB super Potodds zu geben und in Position mit großem Vorteil zu spielen.A A gegen ? ? = 85% zu 15% ! Natürlich ging ich so das Risiko ein, alles zu verlieren, aber ohne Risiko kann man keine Turniere gewinnen. Der Flop brachte , er checkte. Hm, ich wollte unbedingt Action und bot dem BB wieder verlockende Potodds.
Er war kein besonders erfahrender Spieler und ich schätzte, dass ich noch einige Chips aus ihm herauspressen konnte: Bet um 16.000 (im Pot waren 32.000), so gab ich ihm Odds von 1:3, weil ich schätzte: Ich bin mindestens mit 4:1 Favorit.(A A gegen K X, Q X oder 6 X ist Favotit circa 82% zu 18%) Er callte schnell. Jetzt gab es keinen Weg mehr zurück für mich. Im Pot waren schon 64.000 und ich hatte noch 66.000 übrig. Es war offensichtlich, dass mein Gegner etwas auf diesem Board gefunden hatte. Es war möglich, dass er
A) einen Flushdraw oder
B) einen Straightdraw hatte oder
C) dass er ein Paar getroffen hatte (wenn er in seiner Hand etwas wie einen König, eine Dame oder eine Sechs hielt).
O.k., dachte ich, wenn ich mit AA gegen einen loosen Big Blind das Maximum erreicht habe, werde ich jetzt am Turn pushen. Der Turn war eine und plötzlich wettete mein Kontrahent 20.000. Wenn mein Gegner in einer solchen Situation gegen mich wettet, bedeutet dies nicht unbedingt, dass er Drilling Damen hat. Es könnte natürlich möglich sein durch seine Wette ist aber nicht zwingend klar dass er Drilling hat oder ob er nur den Pot schnappen möchte. Das war mein Plan, ich hatte endlich Action mit meinen bekommen. Ich konnte mich nicht bremsen und setzte mein Vorhaben fort und schob meinen ganzen Stack in die Mitte, 66k! Mein Gegner war offensichtlich überrascht und zeigte seine Karten seinem rechten Nachbarn Severin Walser, schließlich und nach kurzer Überlegung callte er. Nun war ich ziemlich sicher, dass er umdrehen würde. Leider sah ich wie einen Blitz aus heiterem Himmel . Wow, so auszuscheiden ist wirklich mehr als “unlucky”.
Er fragte mich nach der Hand, warum ich so wenig vor dem Flop und nach dem Flop gewettet hätte. Selbst Schuld, eine Falle für andere aufzustellen und dann selbst dort hineinzutreten? Hier das Endergebnis:
Andererseits, wenn ich nicht mit einem Paar Asse slow im Heads-up in Position spiele, mit welcher Hand dann?
Mich würde eure Meinung dazu interessieren, liebe Leser:
A) Habe ich die Asse richtig gespielt und einfach nur Pech gehabt?
B) Habe ich vor dem Flop und nach dem Flop zu wenig gewettet und wurde darum bestraft?
Euer Ivo – The Chess Master
Die Antwort auf meine Frage im letzten Artikel, woher das Table Dancing in Casinos stammt, lautet natürlich: aus den USA!
Dieser Eintrag wurde am Samstag, 15. August 2009 um 15:09 erstellt und ist abgelegt unter Allgemein. Mit dem RSS 2.0 Feed kannst du den Antworten zu diesem Artikel folgen.
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